Was mag in einem Menschen mit Kurzzeitgedächtnisstörungen vor sich gehen? Wie kommt er „heil” durch den Alltag? Wie kann ein vorher reibungslos funktionierendes Leben nach dem Unfall, nach einem Schlaganfall, nach der Krankheit oder nach einer Gewalteinwirkung wieder entstehen? Was ist nötig, um auf die in jedem Fall entstehende maßgebliche Veränderung positiv einzuwirken? Was sind die Konsequenzen, die auf die Betroffenen und die Angehörigen, als auch die Gemeinde zukommen?

Ein traumatischer Unfall oder eine plötzliche Erkrankung des Gehirns kann jeden treffen - jederzeit. So erleiden mehr als 270.000 Menschen in Deutschland jährlich eine Schädel-Hirn-Verletzung aus voller Gesundheit heraus und müssen sich danach den oft schwierigen, veränderten Anforderungen zur Meisterung ihres weiteren Lebens stellen.

Knapp 25.000 Menschen erleiden bundesweit ein mittelschweres oder schweres Schädel-Hirn-Trauma. Hinzu kommt die große Anzahl derer, die von Schlaganfällen, Hirnblutungen, Hirntumoren oder anderen erworbenen Hirnschäden betroffen sind. Nach einer Studie von E. Rickels et al. im Jahre 2000/2001 ergibt sich eine Inzidenz der Schädel-Hirn-Verletzungen von 332 pro 100.000 Einwohner im Jahr. Davon entfallen 302 auf leichte Schädel-Hirn-Verletzungen, 13 auf mittelschwere Hirnverletzungen und 17 auf schwere Hirnverletzungen. Hochgerechnet auf die Stadt Hamburg ergibt sich eine Inzidenz für mittel- und schwere Schädel-Hirn-Verletzungen von 525 Einwohnern pro Jahr.

Nach einer stationären Erstversorgung beginnt der Weg zurück in das alltägliche Leben, in Schule oder Beruf. Die Versorgungswirklichkeit in Hamburg zeigt, dass nur in den seltensten Fällen ausreichende Nachsorge- und Therapieangebote bestehen. Es fehlt eine wohnortnahe ambulante Rehabilitation, die das Lebensumfeld einbezieht, sowie eine Anleitung, die die Teilhabe am sozialen Leben und am Arbeitsleben nicht nur ermöglicht, sondern nachhaltig erhält.

Diesen gravierenden Missstand will kopfhoch helfen zu beseitigen. Das kopfhoch-Coaching ist eine bedürfnisorientierte Gruppentagesförderung nach US-Vorbild, die Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen (EHS) in ihrer Selbstständigkeit und Tagesorganisation praxisnah fördert.

Unser Hauptaugenmerk liegt auf einer individuellen Begleitung - im vertrauensvollen Miteinander von ähnlich Betroffenen.

Durch die kompetente und kontinuierliche Nachsorge des kopfhoch-Coachings können Betroffene wieder sinnvolle Tagesstrukturen und realistische Lebensziele erarbeiten.

Unser Ziel ist eine Stabilisierung der Lebensmotivation, die Weiterentwicklung individueller motorischer und kognitiver Fähigkeiten und die Erarbeitung einer realistischen Selbsteinschätzung.

Menschen mit EHS verharren somit nicht mehr in ihrer Passivität, sondern sind in der Lage, sich aktiv erneut in das gesellschaftliche Leben und Umfeld zu integrieren. Die Lebensqualität nimmt also zu!

Durch eine Zusammenarbeit sowohl mit den Angehörigen als auch mit komplementären Einrichtungen, Ärzten und Therapeuten schaffen wir neue Perspektiven im Kampf um gleichberechtigte Teilhabe für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen!